Lebensmittel richtig lagern

Bei der Aufbewahrung von Nahrungsmitteln kann man einiges falsch machen: Zuviel Wärme oder Kälte und zu wenig Luftfeuchtigkeit sind nur drei Faktoren, die Lebensmittel rascher verderben lassen. Lesen Sie dieses Mal über das Einmaleins der richtigen Lagerung von Obst, Gemüse, Brot und Co., um Abfälle zu reduzieren.

 

Vielleicht kennen Sie das: Eine Obstschüssel mit Äpfel, Bananen und Trauben sieht köstlich aus. Doch im Handumdrehen färben sich die Bananen braun und Weintrauben beginnen, matschig zu werden. Schuld daran sind die Äpfel. Denn sie enthalten große Mengen Ethen (früher auch Ethylen genannt), ein Reifegas, das empfindliches Obst und Gemüse schneller reifen und verderben lässt. Ethen kommt nicht nur in Äpfeln vor, sondern auch in Birnen, Marillen und Pfirsichen. Deshalb ist es ratsam, ethenreiche Früchte getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten zu lagern. Außer man möchte harte Kiwis und grüne Bananen schneller nachreifen lassen.

Wohin mit den Vorräten?

Für den Frische- und Qualitätserhalt spielt insbesondere die Temperatur eine wichtige Rolle. Je wärmer es ist, umso schneller verderben empfindliche Lebensmittel wie Frischfleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie einzelne Gemüse- und Obstsorten. Daher ist der Kühlschrank in den meisten Haushalten der wichtigste Aufbewahrungsort für schnellverderbliche Nahrungsmittel.

 

Info zwischen den Zeilen: Verschiedene Lebensmittel immer getrennt aufbewahren, sonst können sich z. B. Zwiebel- und Fischgeruch auf andere Speisen übertragen.

 

Doch nicht alle Früchte und Gemüsesorten vertragen die Kälte. Paprika bekommt nach ein paar Tagen im Kühlschrank glasig-wässrige Stellen, die Salatgurke wird runzelig und trocknet aus. Ebenso wie alle Zitrusfrüchte, reagieren z. B. Auberginen, Zucchini, Mangos oder Bananen mit Kälteschäden auf kühle Temperaturen.

 

Lesen Sie, welches Obst und Gemüse in den Kühlschrank gehört und wie die unterschiedlichen Bereiche im Kühlschrank für verschiedene Lebensmittel am besten genutzt werden.

 

Lange frisch lagern

 

Gemüse und Obst sollte nach dem Einkauf rasch verbraucht werden, da der Nährstoffverlust ein Wettlaufauf gegen die Zeit ist. Neben der Lagertemperatur nimmt auch die Luftfeuchte eine Schlüsselposition für den Frischeerhalt ein. Im Kühlschrank ist die Luftfeuchtigkeit gering, was zu einem rascheren Austrocknen der gelagerten Lebensmittel führt. Zudem geht dadurch ein Großteil des Genusswertes und Vitamingehaltes verloren. Insbesondere Vitamin C ist gegenüber Lagereinflüssen sehr labil. Die kühle und trockene Aufbewahrung beispielsweise von Häuptelsalat führt schon nach zwei Tagen zum Verwelken der Salatblätter sowie Vitamin-C-Verlusten bis zu 50 % und mehr. Auch Folat wird bei ungünstiger Lagerung rasch abgebaut. Karfiol oder Rotkraut gehen innerhalb von drei Tagen ca. 50-70 % des enthaltenen Mikronährstoffes verloren.

 

Damit kälteliebendes Obst und Gemüse knackig und vitaminreich bleibt, sollte es in luftdurchlässigen Folienbeuteln eingekühlt werden, um den Feuchtigkeitsverlust zu mindern und Schimmelbildung zu vermeiden.

Info zwischen den Zeilen: Schält und zerkleinert man das Gemüse oder Obst, geht durch Oxidation mit Sauerstoff Vitamin C verloren. Apfelspalten werden dadurch schnell braun und Paprikastreifen trocknen am Rand aus. Deshalb sollte man Früchte und Gemüse erst kurz vor der Zubereitung oder dem Verzehr zerteilen.

 

Lufdicht

 

Trockene Lebensmittel wie Mehl, Hülsenfrüchte, Teigwaren, getrocknete Kräuter oder Müsli lagern meist in

Küchen- oder Vorratsschränken. Der Inhalt angebrochener Packungen sollte in luftdichte Behältnisse aus Glas oder Plastik umgefüllt und mit dem jeweiligen Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden. Kästen über oder neben dem Herd sind keine idealen Plätze für z. B. Nudeln oder Grieß, da durch das Kochen Dampf aufsteigt. Um Küchenschädlingen, Fäulnis oder Schimmel vorzubeugen, hilft eine regelmäßige Kontrolle der Vorräte auf Befall von Schädlingen und regelmäßiges Putzen der Schränke. Brot, Semmerl oder Grahamweckerl halten am besten bei Zimmertemperatur in der Brotdose oder in Plastiksackerln.

 

Tipps zwischen den Zeilen: Überschüssiges Brot lässt sich portionsweise einfrieren und bei Bedarf im Ofen frisch aufbacken. Auch Weckerl vom Vortag können mit Wasser besprenkelt nochmals resch aufgetoastet werden. Weißbrot kann zur Bindung von Cremesuppen, für Scheiterhaufen oder als Semmelknödelbrot verwendet werden.

 

Hauptsache dunkel

 

Ebenso wie Kraut, Karotten, Zwiebel oder Petersilwurzeln fühlen sich auch Kartoffeln in dunkler Umgebung bei Temperaturen zwischen vier und acht Grad wohl. Wenn kein kühler Keller als Lagerplatz verfügbar ist, sollten diese Gemüsesorten dunkel in einem Korb oder Jutesack bei Zimmertemperatur (z. B. in der Abstellkammer) gelagert werden. Späte Kartoffelsorten (im Herbst geerntet) kann man mehrere Monate bevorraten, frühe Sorten wie die „Heurigen" halten sich nur ca. zwei Wochen. Müssen Obst und Gemüse länger gelagert werden, bietet das Einfrieren eine gute Möglichkeit um den Nährstoffverlust zwischenzeitlich zu stoppen. Zudem bietet sich Tiefkühlgemüse und -obst aus dem Supermarkt an. Es enthält einen Großteil der ursprünglich enthaltenen Mikronährstoffe.

 

Info zwischen den Zeilen: Pflanzliche Öle bewahrt man am besten in kleinen Portionen auf, die innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das flüssige Gold im kühlen Dunklen oder bei Zimmertemperatur im Küchenregal lagert.

 

Eiszeit

 

Bei der Aufbewahrung von Lebensmittel im Gefrierfach oder in der Gefriertruhe sollten folgende Punkte beachtet werden:

Tiefkühlprodukte nach dem Kauf möglichst bald einfrieren.

Die Temperatur sollte mindestens -6 C° betragen.

Das Kühlfach/die Truhe nicht überfüllen, damit die Temperatur nicht ansteigt.

Keine warmen Speisen oder heiße Produkte einstellen.

Selbst eingefrorene Speisen mit dem Einfrierdatum versehen.

Kühlfachtüre so kurz wie möglich offen halten, um das Antauen zu vermeiden.

Je nach Gefrierleistung des Gerätes (Sternenkennzeichnung) können Lebensmittel unterschiedlich lange eingefroren gelagert werden:

 

Gefrierleistung       Temperatur         Lagerdauer

 

*                            Ca. -6 C°             Produkte sind ca. eine Woche lagerfähig

 

**                          Ca. -12 C°           Lebensmittel halten sich bis zu 3 Wochen

 

***                        Ca -18 C°            Nahrungsmittel sind mehrere Monate haltbar

 

Fazit:

 

Nicht alle frischen Lebensmittel können innerhalb weniger Tage verzehrt oder verkocht werden. Daher ist die richtige Lagerung der Ware wichtig, damit ihre Inhaltsstoffe (z. B. Vitamine) länger erhalten bleiben und Nahrungsmittel nicht rasch verderben.

Lagern Sie ethenreiche Obstsorten (z. B. Äpfel) getrennt von anderen Früchten, da das Reifegas Obst schneller reifen und verderben lässt.

Achten Sie auf die richtige Platzierung der Lebensmittel im Kühlschrank.

Vorsicht: Kälteempfindliche Obst- und Gemüsesorten (z. B. Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten oder Gurken) sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie sonst austrocknen, braun werden oder glasige Stellen bekommen können.

Frische- und Vitaminverluste bei Gemüse und Früchten lassen sich vermeiden, indem Brokkoli, Erdbeeren und Co. in luftdurchlässigen Folien kühl gelagert und erst nach dem Waschen zerkleinert werden.

Bewahren Sie trockene Lebensmittel wie Mehl, Teigwaren oder Haferflocken in luftdichten Behältern bei Zimmertemperatur auf; Brot und Gebäck bleibt am längsten in der Brotdose oder im Plastiksackerl frisch.

Nutzen Sie (wenn möglich) den kühlen Keller oder die dunkle Abstellkammer als Lagerort für Kartoffeln, Zwiebel oder Äpfel.

Kaufen Sie Öle in kleinen Behältnissen, da diese schneller aufgebraucht werden können.

Achten Sie beim Einfrieren von Lebensmitteln auf die Kühlleistung des Gerätes und die dadurch gegebene Lagerdauer der Speisen.

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