Leinöl

 

Kaum zu glauben, dass Leinöl fast vergessen ist: Es sieht aus wie flüssiges Gold, fließt dick vom Löffel und schmeckt intensiv nussig und herzhaft. Das vermutlich berühmteste Gericht mit Leinöl sind Pellkartoffeln mit Quark, der mit dem goldgelben Fett aus Leinsamen verfeinert wird.

 

Herkunft: Die ursprüngliche Heimat der Leinpflanze liegt in Ägypten, Syrien, der Osttürkei und dem Iran. Heute wächst Lein längst auch in Europa.

 

Geschmack: Nicht jeder mag den typischen, intensiv nussigen und etwas an Heu erinnernden Geschmack von Leinöl. Kein Problem: Man kann Leinöl gut mit neutraler schmeckendem Öl mixen!

 

Wie gesund ist Leinöl?

 

Wenn es um „gutes“ und gesundes Fett geht, liegt Leinöl einsam an der Spitze: Es enthält so viel von der 3-fach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (die nach dem griechischen Wort „linos“  für Lein benannt wurde) wie kaum ein anderes Pflanzenöl. Je nach Herkunft der Pflanze bringt kaltgepresstes Leinöl es auf bis zu 70 % davon und überrundet damit sogar zu Recht als Omega-3-Fettsäuren-Stars gepriesene Lieferanten wie Rapsöl (ca. 9 %) oder Lachs (ca. 4 %) mit gigantischem Abstand. Das ist darum so bedeutsam, weil zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen: Alpha-Linolensäure kann Entzündungen hemmen, die Blutgerinnung fördern und die Blutgefäße erweitern. Sie reguliert Blutdruck und Blutfette und wirkt damit vorbeugend gegen Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Forscher fanden außerdem heraus, dass die Alpha-Linolensäure aus Leinöl in die Zellmembranen eingebaut wird und zum Teil zu anderen wichtigen Omega-3-Fettsäuren umgebaut wird.

 

Viele Ernährungsmediziner sind auch der Ansicht, dass die Fettsäure sogar vorbeugend gegen Krebs wirken kann. Und sogar der Seele soll Leinöl gut tun: Mehrere Studien legen die Vermutung nahe, dass Leinöl zum Beispiel Depressionen oder Ängste lindern kann. Nicht verwunderlich, wenn man weiß: Eine zu geringe Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren kann nicht nur das Denkvermögen beeinträchtigen, sondern auch zu Verhaltensänderungen und sogar zu einem mangelnden  Selbst ein Mangel an Gefühlen und Emotionen führen.

 

Leinöl – gut zu wissen:

 

Es gibt auch Leinöl aus Warmpressung bzw. raffiniertes Leinöl – geschmacklich und gesundheitlich kann es aber mit kaltgepresstem Leinöl nicht mithalten. Gerade bei Leinöl lohnt es sich übrigens besonders, Bio-Ware zu bevorzugen.

 

Einkaufs- und Küchentipps für Leinöl

 

Einkauf: Bevorzugen Sie grundsätzlich kaltgepresstes Leinöl und kaufen Sie immer nur kleine Mengen, da Leinöl rasch verdirbt und nur frisch richtig gut schmeckt.

 

Lagerung: So wertvoll der hohe Anteil von Alpha-Linolensäure das leckere Leinöl macht – leider führt es auch dazu, dass Leinöl besonders schnell oxidiert. Im Klartext: Leinöl wird rasch ranzig, wenn es in Kontakt mit Licht und Luft kommt. Außerdem bildet sich leicht ein Peptid bildet, das dem Öl einen bitteren Beigeschmack gibt. Bewahren Sie darum Leinöl möglichst kurz auf und lagern Sie es dunkel und kühl (am besten im Kühlschrank). Sobald es fischig oder ranzig riecht, sollte Leinöl nicht mehr zum Essen verwendet werden. Zum Wegwerfen ist es aber auch dann noch zu schade: Nehmen Sie es ruhig noch für die Pflege von Holz!

 

Zubereitungstipps für Leinöl:

 

Zubereitung: Ganz klar, wer ihn noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall den Klassiker Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl probieren! Es schmeckt nämlich nicht nur hinreißend, sondern ist außerdem besonders gesund, denn die gesundheitlich positiven Effekte von Leinöl erhöhen sich in Kombination mit pflanzlichem Eiweiß sogar noch. Wer den Geschmack von Leinöl mag, kann es auch pur oder mit neutralem Pflanzenöl gemischt für Salatsaucen oder für ein Pesto nehmen. Erhitzen sollten Sie Leinöl nie; zum Braten und Kochen ist es also ungeeignet. Das Verfeinern von fertig gekochten Gerichten wie Suppen oder Gemüse mit 1-2 Teelöffeln Leinöl ist aber kein Problem und bringt selbst simplen Speisen das „gewisse Extra“.

 

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