Bitterstoffhaltige Lebensmittel


Bitterstoffe kurbeln die Verdauung an, aber sind vom Speiseplan fast verschwunden. Doch wo stecken Bitterstoffe drin? 

Rosenkohl, Radicchio, Grapefruit.... In den Bitterstoffen, die auf den ersten Blick mit Genuss so unvereinbar scheinen, steckt ein Schlüssel zur Vermeidung von Zivilisationsbeschwerden wie Verdauungsproblemen, Übersäuerung oder Übergewicht. Durch den Verzehr von Wurzeln und Wildkräutern nahmen unsere Vorfahren deutlich mehr Bitterstoffe zu sich. Indem wir heute weitgehend auf die herbe Geschmacksnote verzichten, fehlt uns ein wesentlicher Baustein der körpereigenen Regulation.


Bitter bringt Schwung

Sobald unsere Zunge Bitterstoffe schmeckt, beginnen die Verdauungssäfte zu fließen, um die Nahrung zügig durch den Körper zu schleusen.

Die Produktion von Magensaft, Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensekret wird angeregt, um die Nahrung in verwertbare Bestandteile aufzuspalten und für die Aufnahme der Nährstoffe im Darm vorzubereiten. Die Muskeltätigkeit der Organe kommt in Schwung, die Leber wird für die Ausscheidung von Giftstoffen angeregt. Der durch ein moderates „bitter“-Signal aktivierte Stoffwechsel signalisiert Sättigung und bremst auf natürliche Weise den Appetit und den Heißhunger auf Süßes.


Bitter hilft auf die Sprünge

In vielen Kulturen hält sich der Brauch, der Verdauung mit einem bitteren Kräuterschnaps auf die Sprünge zu helfen. Vom Speiseplan ist die Geschmacksrichtung „bitter“ jedoch fast völlig verschwunden, da aus vielen Gemüse- und Obstsorten die Bittersubstanzen herausgezüchtet wurden. Doch in vielen Bio-Läden gibt es noch Sorten, die einen höheren Bitterstoffanteil haben. Im Anbau sind sie durch ihr eingebautes „natürliches Pflanzenschutzmittel“ als robuste Sorten geschätzt.

In Kombination mit unserem hohen Zucker-, Getreide- und Fleischkonsum hat der Verzicht auf die bittere Geschmacksnote fatale Konsequenzen für unsere Gesundheit. Wir brauchen die Regulation des Stoffwechsels durch Bitterstoffe, um die Übersäuerung des Organismus zu reduzieren. Sie sorgen dafür, dass Säuren in basische Bestandteile umgewandelt und ausgeschieden werden können.  Auch für das Immunsystem sind Bitterstoffe unerlässlich. Die Geschmacksinformation bitter legt im Körper den Schalter um auf die Funktionen Verdauen, Ausscheiden und Regenerieren. Der Parasympathikus wird angeregt, der Körper kommt zur Ruhe. Mit einem Kräutertee, der Bitterstoffe enthält, kann man den Tag gut ausklingen lassen, denn er fördert einen gesunden Schlaf.

Dabei ist allerdings wichtig, den bitteren Geschmack nicht durch Honig oder Zucker zu überdecken: Denn nur die Geschmacksinformation „bitter“ auf unserer Zunge setzt die heilsamen Stoffwechselvorgänge in Gang.


Chicorée: Er ist kalorienarm, enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Zubereitung als Gemüse und Salat. Bei Lichtkontakt färben sich die Blätter grün, damit steigt der Bittergehalt.

Rucola: Der Salat ist reich an Mineralstoffen, Vitamin C und aromatischen Bitterstoffen, die die Abwehrkräfte stärken.

Radicchio: Dekorativer Salat, dessen Wirkstoff Intybin sogar gegen Schmerzen wirken soll.

Endivie: Hoher Gehalt an Flavonoiden mit antioxidativer Wirkung, entzündungshemmend und abwehrstärkend. Der Salat kann roh oder gedünstet gegessen werden.

Rosenkohl: Er enthält neben wertvollen Bitterstoffen viel Vitamin B und C, Kalium und Ballaststoffe.

Artischocke: Ihr Bitterstoff Cynarin kommt vorwiegend in den Blättern vor. Der Saft wirkt cholesterinsenkend und ist unter anderem reich an Vitamin C und B1.


Wo Sie Bitterstoffe noch finden:


Bitterstoffe sind weiters in echtem Engelwurz, Löwenzahn, Enzianwurzel, Kamille, Schafgarbe und Wermut enthalten. Ein hochwertiges Bitterstofftonikum enthält im Idealfall verschiedene Arten bitterstoffhaltiger Kräuter. Bitte achten Sie bei Bittertropfen auf hochwertige Bio Qualität.

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